Die Thermografie ist ein Prüfverfahren, welches sehr gut geeignet ist, um Fehlstellen in der Luftdichtheit von Gebäudehüllen zu detektieren. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, Fehlstellen auch tatsächlich zu finden, stark von den örtlichen Gegebenheiten abhängig. Diese sind:
Üblicherweise wird folgendermaßen vorgegangen. Man baut einen Differenzdruck von 30 bis 60 Pascal mit der Differenzdruckanlage auf und lässt diesen Druckunterschied 10 bis 60 Minuten auf die Konstruktion „einwirken". Dabei setzt man mindestens 5 bis 10 Kelvin Temperaturunterschied voraus. Fehlstellen zeichnen sich dann im Infrarotbild wie folgt ab:


Vergleicht man diese Rahmenbedingungen mit den Spezifikationen moderner Infrarottechnik, stellt man leicht fest, dass die gesuchten Temperaturunterschiede einer Fehlstelle von mehreren Kelvin deutlich über den Möglichkeiten einer Infrarotkamera liegen. Denn diese haben ein thermisches Auflösungsvermögen von 45 bis 80 mK mit einem Bolometerdetektor. Unter der Annahme, dass ein 5-faches des kleinsten Auflösungsvermögens sichere reproduzierbare Ergebnisse liefert, sollten Temperaturunterschiede von 0,25 bis 0,4 Kelvin ausreichen, um Fehlstellen sicher zu orten. Diese geringen Temperaturunterschiede sind aber visuell schwer zu erkennen, so dass nur eine computergestützte Auswertung zielführend ist.
Die technischen Möglichkeiten sind absolut ausreichend, um den Ausführungszeitraum wesentlich zu erweitern. Um diese Grenzen der Anwendbarkeit abzustecken, müssen folgende Fragen beantwortet werden:
Das Abstecken von Grenzen soll an folgendem Versuchsmodell veranschaulicht werden:

Fehler bezüglich der Luftdichtheit können sich auf 2 unterschiedliche Arten äußern:
Beispielauswertung für folgende Randbedingungen:
Sinusförmige Anregung der BlowerDoor-Anlage: Anregung 5*3 min, 0-50 Pa Differenzdruck, ca. 2K Temperaturdifferenz
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Bild 1 |
Bild 2 |
Bild 3 |
Bild 1: Anfangsbild der Sequenz ohne Signalrauschen
Bild 2: Schlussbild der Sequenz ohne Signalrauschen
Bild 3: Bildsubtraktion Anfangsbild - Schlussbild
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Bild 4 |
Bild 5 |
Bild 4: Amplitudenbild mit hoher Frequenz
Bild 5: Amplitudenbild mit niedrige Frequenz
Für geringe Temperaturdifferenzen (1 bis 2 Kelvin) ergeben sich für das Versuchsobjekt reproduzierbare Fehlergrößen
links für Durchströmungen und rechts für Hinterströmungen:

Durch die zusätzliche Einbeziehung der Zeit in die Auswertung, ist nicht nur die pauschale Detektion der Fehlstelle möglich, sondern es können auch gewisse Aussagen über die Tiefenlage der Fehlstelle gemacht werden. Also beispielsweise, ob es sich bei der Fehlstelle um eine luftdurchströmte Wandöffnung handelt oder ob die Öffnung hinter einer Bekleidungsplatte liegt. Zusammenfassend lassen sich die einzelnen Fehlstellen mit unterschiedlichen Anregungen bei Temperaturdifferenzen > 1 Kelvin wie folgt reproduzierbar detektieren:
Unter Berücksichtigung dieser Herangehensweise lässt sich schlussfolgern, dass:
Ein zusätzlicher positiver Aspekt ist, dass äußere Störeinflüsse (wie partielle Sonnenbestrahlung, Spiegelungen usw.) keine so große Rolle wie bei der herkömmlichen Verfahrensdurchführung spielen und durch die Auswertungsalgorithmen herausgefiltert werden können.